an infinite gaze

BLICK OHNE ENDE
Niederländer in Berlin

Die Ausstellung zeigt Werke von sechs niederländischen Künstlern, die in Berlin arbeiten.

Die Niederlande sind seit jeher als Land der Malerei bekannt. Die Meister des 17. Jahrhunderts erlangten weltweit Berühmtheit und sind auch in deutschen Museen gut vertreten, zum Beispiel in der Berliner Gemäldegalerie. Das Bild der niederländischen Gegenwartskunst ist weniger vollständig. Die Ausstellung füllt hier eine Leerstelle und zeigt, dass sich im „malerischen Blick“ noch immer eine wichtige Inspirationsquelle für die niederländische Kunst verbirgt.

Blick ohne Ende führt das Werk von sechs niederländischen Künstlern zusammen, die in Berlin arbeiten und international auf sich aufmerksam machen: Tjebbe Beekman (1972), Ronald de Bloeme (1971), Arjan van Helmond (1971), Maarten Janssen (1965), Michael Markwick(1974) und Lidwien van de Ven (1963).
Ein Blick, der kein Ende nimmt

Während die Meister des 17. Jahrhunderts aufgrund ihres Realismus gerühmt werden, bedient sich die Gegenwartskunst einer Vielzahl von Ansätzen. Was das Werk von unterschiedlichen Künstlern und Generationen verbindet, ist das Interesse für das Visuelle und die Erscheinungsform von Dingen. Hierin offenbart sich ein Blick, der kein Ende nimmt und der in der Oberfläche das Wesentliche findet. Danach und daneben spielen andere (konzeptuelle) Motive eine Rolle, etwa die Frage nach der Bildung einer Vorstellung, nach künstlerischer Urheberschaft und danach, welche visuellen Klischees uns zur Gewohnheit geworden sind.
Für einige der teilnehmenden Künstler gilt, dass ihr Blick für Abstraktion und Klarheit in der Tradition Mondrians stark entwickelt ist. Sie denken in reduzierten, geometrischen Flächen. Andere Teilnehmer wählen klassische Genreszenen wie ein Interieur oder eine Landschaft und lassen darin ein zeitgenössisches Licht erscheinen. Das Verlangen nach spirituellen oder erhabenen Inhalten nimmt ausgehend von einer nüchternen und erdigen Mentalität Gestalt an. Freiheit und Fantasie werden groß geschrieben, gleichzeitig wollen die Niederländer jedoch „mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen“.

Berlin
Gemeinsam ist den in der Ausstellung zu sehenden Künstlern, dass sie alle ihre niederländische Heimat verlassen haben. Sie fügen sich damit in eine Tradition von Künstlern, die die Grenzen der Niederlande überschritten haben, um sich künstlerisch weiter entfalten zu können. Die heutige Generation scheint den Schritt ins Ausland sogar als Notwendigkeit zu erfahren. Der internationale Kontext Berlins bietet frische Perspektiven und zwingt zu einer erneuten Reflexion des eigenen Werkes. So gewinnt die niederländische Identität dieser Künstler durch den Aufenthalt in Berlin einerseits an Kontur, andererseits wird sie gerade dadurch relativiert.

Publikation und Rahmenprogramm

Am 9. Juli  findet ein Themenabend mit Film, Vortrag und Künstlergesprächen statt, an dem auch der die Ausstellung begleitende Katalog präsentiert wird. Zunächst wird der Dokumentarfilm Dutch Lightzu sehen sein, worin Künstler und Wissenschaftler sich dem Mythos des besonderen holländischen Lichtes annähern. Im Anschluss daran trägt der Dichter K. Michel eine Auswahl neuer Gedichte vor. Die teilnehmenden Künstler sprechen darüber, wo sie ihre Werke im größeren Zusammenhang der niederländischen, deutschen und internationalen Kunst verorten. Außerdem wird der Frage nachgegangen, was die Stadt Berlin für sie und die Entwicklung ihrer Œuvres bedeutet. Die Künstlergespräche werden moderiert von Heinz Stahlhut (Leiter der Sammlung Bildende Kunst an der Berlinischen Galerie) und Jurriaan Benschop (Kurator Blick ohne Ende).

Ort
Autocenter, Eldenaerstraße 34 a, Berlin,
Öffnungszeiten: Do, Fr, Sa von 16 bis 18 Uhr.
Eröffnung
Freitag, 25. Juni 2010, 20 Uhr
Weitere Informationen / Pressebilder
www.niederlaender-in-berlin.de
[email protected] de